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Berichterstattung Schwarzwälder Bote vom 29.10.2011, Karina Eyrich


Die Jugend ist in der Mitte daheim


Albstadt-Lautlingen. Aus einem vernachlässigten Platz in der Ortsmitte hat die Lautlinger Jugend einen Garten mit Refugien für Tiere geschaffen — und ihr eigenes Refugium gleich mit aufgewertet.

»Jugend needs nature« — Jugend braucht Natur: So lautet der Titel des Projektes, das die Lautlinger Jugendlichen, die regelmäßig den Bauwagen hinter dem Pfarrhaus besuchen, gemeinsam mit Diakon Michael Weimer und Silvia Yigitkurt umgesetzt haben und für das sie von der Sparkasse Zollernalb im Rahmen der Jubiläumsaktion »175 Projekte« ausgezeichnet worden sind. Gestern haben sie stolz ihr Projekt präsentiert und die ganze Gemeinde dazu eingeladen.


»In Lautlingen ist die Jugend im Zentrum beheimatet — das ist schon fast einmalig«, freute sich Weimer. Er hatte vor zwei Jahren beim Einzug ins Pfarrhaus seine Nachbarn entdeckt, die ihm immer sehr freundlich begegnet seien. »Sie zu unterstützen, war mir ein Herzensanliegen, als sie im Frühjahr ihren Bauwagen verschönern wollten«, sagt Weimer. So erinnerte sich der Diakon an ein Projekt gleichen Namens in seiner Heimat und setzte es mit der Lautlinger Jugend um.

Was sie - auch mit Spenden einiger Lautlinger Firmen - alles gemacht haben, berichteten David Hagg, Patrick Rössler, Nils Mayer, Michael Renner und Sandra Kälbli gestern vor großem Publikum: Den Bauwagen haben die Jugendlichen innen gestrichten, einen neuen, um 50 Prozent sparsameren Kühlschrank gekauft, die Elektroinstallation mit Bewegungsmeldern, Strahlern und Energiesparlampen sowie die Heizung erneuert, den Platz davor geebnet, neue Platten verlegt, die Sitzbänke restauriert und einen Grillplatz aufgebaut.

Auch an Tiere und Umwelt haben die Jugendlichen gedacht: ein Insektenhotel, ein Igelhaus und Vogelnistplätze zieren den Garten, in dem es auch Schmetterlingssträucher und eine Kräutersonne gibt. In einem Gartenhäuschen trennen die Jugendlichen ihren Müll und bewahren die Geräte auf, mit denen sie auch in Zukunft das Areal pflegen wollen.


Einen »Glücksfall« für Lautlingen nennt Ortsvorsteherin Juliane Gärtner so viel Einsatzbereitschaft. »Ihr könnt stolz auf Euch sein und hier weitere gute Ideen schmieden«, rief, sie den Jugendlichen zu. Auch Sandra Strähler von der Sparkasse Zollernaib war richtig angetan von diesem Gewinnerprojekt: »Das übertrifft alle unsere Erwartungen«, schwärmte sie. »Hut ab — was für eine tolle Leistung.«

Für die katholische Kirchengemeinde gratulierte auch Kirchengemeinderatsvorsitzender Jürg Salat, bevor Diakon Michael Weimer die Segenswünsche von Pfarrer Andreas Gog überbrachte und den Garten segnete — mit ordentlich Weihwasser. An dessen Eingang stehen drei Tuja-Bäume, die symbolisch für die Dreifaltigkeit stünden, sagte Weimer und gesellte sich dann in zivil zu den vielen Besuchern, die mit den fleißigen Jugendlichen von Lautlingen feierten.

  

Eine Initiative zugunsten

der Schloss-Scheuer

Bauwagen-Jugend