[Web Creator] [LMSOFT]
Biographisches von Claus Schenk Graf von Stauffenberg
Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der 1907 geborene Sohn des letzten königlichen Oberhofmarschalls am württembergischen Hof, wuchs in Stuttgart und Lautlingen auf. Er heiratete und wurde Vater von Vater von 5 Kindern. Erfahren Sie mehr über diesen Mann und sein Leben.
Sichtweisen...
Lebenslauf
Stauffenberg
Der Hauptbeteiligte des Attentates vom 20 Juli 1944, Graf Claus Philipp Maria Schenk von Stauffenberg wurde am 15.11.1907 in Jettingen, im bayrischen Schwaben als Sohn des letzten Oberhofmarschalls des Königs von Württemberg, Alfred Schenk Graf von Stauffenberg und seiner Gemahlin Caroline geb. von Üxküll-Gyllenband geboren. Es war eine überraschende Frühgeburt mit der noch nicht gerechnet wurde. So verstarb der Zwillingsbruder Konrad Maria bereits am darauffolgenden Tag. Seine sterblichen Überreste wurde am 5. Juni 1937 morgens um 10 Uhr in Lautlingen beigesetzt nachdem sie vermutlich von Jettingen zunächst exhumiert und überführt wurden.

Seine Kindheit verbrachte Claus im wesentlichen in der Landeshauptstadt
Stuttgart und auf dem Sommersitz der Familie in Lautlingen. Überhaupt
hatte er und seine Brüder Berthold und Alexander eine sehr enge
Bindung zum Dorf. Wann immer Claus konnte wanderte er ausgiebig
oder streifte in den Wäldern rings um Lautlingen umher. Im Dorf
genossen die Kinder neben der hohen Achtung auch die Freundschaft
der Kinder, denn: " Wenn immer die Kinder kamen, hat sich alles im Dorf
gefreut. Sie haben viele Spielkameraden gehabt!

Vor allem wurde aber die Mutter der "Stauffenberg - Buben" hier geliebt und verehrt. Sie, die Kranke und Alte im Dorf persönlich besuchte, erzog auch ihre Kinder im Geiste einer positiven Grundeinstellung zu den Mitmenschen. Noch heute ist es vielen im Gedächtnis, wie die Gräfin bei Todesfällen im langen weißen Kleid den Kondolenzbesuch im Trauerhaus absolvierte, eine durchaus nicht übliche Geste! (Zumal sie evangelischen Glaubens war, ihre Söhne und auch viele Lautlinger katholischen Glaubens.)

Im sog Teeturm des Lautlinger Schlosses befand sich das Studier- und Rückzugszimmer von Claus.  Mit einem Tisch, Stuhl, Feldbett und ein paar Bildern und Büchern hatte er sich diesen Raum eingerichtet.

Nach dem Besuch des Eberhard - Ludwig Gymnasiums in Stuttgart empfing er im Bund der "Neupfadfinder" die ersten Eindrücke des Reichsmystizismus. Später gehörte er mit seinen Brüdern Berthold und Alexander (zuletzt Prof. der alten Geschichte in München) zum engeren Freundeskreis um Stefan George und seiner elitären "Opposition conservatoire"

Trotz seiner schwachen gesundheitlichen Konstitution trat Claus 1926 in das traditionsreiche Bamberger Reiterregiment 17 ein. Dort wurde er 1930 Leutnant. 1934 war er bereits Offizier an der Kav. Schule in Hannover, 1937 ernannte man ihn zum Rittmeister.
In Hannover qualifizierte er sich auch ganz hervorragend durch seine Studien über moderne Waffen (Panzer und Fallschirmjäger). Weshalb er allerdings später seine Studien dem Pferd in der Verwendung bei der Armee zuwandte, ist unklar. Mit der 10. Panzerdivision kam er 1943 nach Nordafrika. Bei einem Tieffliegerangriff am 07.04.1943 wurde er schwer verletzt. Er verlor ein Auge, die rechte und zwei Finger der linken Hand. Zur Genesung kam er nach Lautlingen, auf den Sommersitz der gräfl. Familie.
Aus Äußerungen seiner Frau gegenüber lässt sich schließen, dass der wider Erwarten ins Leben Zurückgekehrte den Rest seiner Existenz ausschließlich der Rettung seines Landes widmen und weihen wollte. Noch für den Herbst ´43 meldete er sich nach Berlin und stellte sich dort bewusst in den Kreis der entschlossenen Hitlergegner um General Olbricht und Generalmajor von Treskow. Am 1. Juli des Jahres 1944 wurde er Chef des Stabes beim Befehlshaber des Ersatzheeres (BdE). Nun war er im Besitz der Möglichkeiten die für den Fall innerer Unruhen vorbereiteten "Walküre - Aktionen" auszulösen. Er selbst versuchte vom 11. bis 20. Juli drei Anschläge auf Hitler (zweimal auf dem Berchtesgadener Obersalzberg). Diese wurden jedoch jedes Mal verschoben, weil entweder Himmler und/oder Göring nicht anwesend waren. Ein drittes Mal sollte der Anschlag jedoch unter keinen Umständen verschoben werden.

Nina Freiin von Lerchenfeld lernte Claus von Stauffenberg im Alter von 16 Jahren kennen, als sie noch Schülerin auf einem Mädcheninternat in Wieblingen bei Heidelberg war. Am 23. Geburtstag von Claus, 1930, erfolgte die Verlobung mit der 1913 geborenen Nina. Die Trauung folgte drei Jahre später, am 26. September 1933 in Bamberg. Nina stammt väterlicherseits aus einem freiherrlich fränkischem Geschlecht, mütterlicherseits aus baltischem Adel, wie schon die Mutter Claus von Stauffenbergs, Caroline, geborene Üxküll-Gyllenband. Dies bedeutete auch, dass mit Nina von Stauffenberg wiederum eine evangelische Ehefrau in die Familie kam.

Traditionsgemäß wurden die Kinder katholisch getauft und erzogen.
Es gingen fünf Kinder aus der Ehe hervor: 1934 Berthold, 1936 Heimeran, 1938 Franz Ludwig, 1940 Valerie. Die jüngste Tochter, Constanze, wurde im Januar 1945 in der Haft der Mutter geboren.

Nach dem 20. Juli 1944 wurden die Familien im Rahmen der Aktion „Gewitter“ von der so genannten „Sippenhaft“ der nationalsozialistischen Machthaber getroffen. Auch die schwangere Nina von Stauffenberg verhaftete die Gestapo. Die Kinder wurden in ein Kinderheim nach Bad Sachsa, Thüringen, verschleppt und unter falschem Namen festgehalten.

Nina von Stauffenberg musste ihr fünftes Kind, Constanze, während der Haft am 17. Januar 1945 in einem NS-Frauenentbindungsheim in Frankfurt an der Oder zur Welt bringen. Von Seiten der NS-Führung bestanden auch Pläne, die jüngsten Kinder nationalsozialistischen Familien zur Adoption zu überlassen.
 
Das baldige Kriegsende verhinderte dieses Schicksal und die Kinder konnten sich –gemeinsam mit einigen überlebenden Freunden der Familie- nach Kriegsende auf dem Stauffenbergschen Familiensitz in Lautlingen wieder mit Mutter und Großmutter zusammen finden.

Nach dem Anschlag des 20. Juli 1944 wurde Graf Claus zusammen mit den Mitverschwörern noch in der Nacht im Hof des Berliner Bendlerblockes erschossen.
Claus Schenk Graf
von Stauffenberg
Schloss Jettingen 2007
Schloss Lautlingen ca. 1920
Altes Schloss in Stuttgart